Dusche umbauen für meine Mutter, was beachten beim barrierefreien Bad

  • Meine Mutter wird nächstes Jahr 78 und wohnt noch alleine in ihrer Doppelhaushälfte, was grundsätzlich auch gut funktioniert, aber das Bad ist seit den 90ern nciht mehr angefasst worden. Die Badewanne hat einen hohen Einstieg, der Duschbereich ist winzig und es gibt nirgendwo Haltegriffe oder rutschfeste Flächen. Letzten Monat ist sie beim Aussteigen aus der Wanne fast gestürzt, weil sie sich am Wannenrand nicht richtig abstützen konnte. Seitdem duscht sie nur noch, aber selbst das ist mit der kleinen Kabine und der hohen Duschtür eher ein Krampf. Mein Bruder und ich haben uns jetzt zusammengesetzt und wollen das Bad komplett umbauen lassen, bevor wirklich etwas passiert.

    Jetzt ist die Frage, worauf amn bei so einem Umbau achten muss. Ich habe mich ein bisschen eingelesen und weiß, dass es verschiedene Ansätze gibt. Entweder eine begehbare Dusche mit möglichst niedrigem Einstieg und Klappsitz, oder gleich eine Komplettdusche mit integrierter Sitzgelegenheit und Haltegriffen. Manche Anbieter haben auch Seniorenwannen mit seitlicher Tür, sodass man nicht mehr über den Rand steigen muss. Das klingt für meine Mutter eigentlich ideal, weil sie ungern auf ihr Bad verzichten würde, gleichzeitig aber den sicheren Einstieg braucht.

    Was mir noch nicht ganz klar ist, ist die Sache mit dem Gefälle und der Abdichtung. Wenn man eine ebenerdige Duschlösung einbaut, muss der Boden ja trotzdem ein gewisses Gefälle zum Ablauf haben, und die Abdichtung darunter muss stimmen, sonst hat man Feuchtigkeitsprobleme in der Decke darunter. Mein Bruder meint, dass man dafür den Estrich aufnehmen muss, was natürlich die Kosten in die Höhe treibt. Ich bin mir da nicht sicher, ob es inzwischen Systeme gibt, die das einfacher lösen.

    Dann ist da noch die Frage, ob es Fördermittel gibt. Ich glaube, dass die KfW da irgendwas hat, Programm 455 oder so ähnlich, bin mir aber nicht mehr sicher, ob das noch aktuell ist. Hat jemand von euch Erfahrung mit einem solchen Umbau im Bestandsbau und kann sagen, was realistisch an Kosten auf einen zukommt, wenn man das Bad komplett barrierefrei umgestaltet. Grobe Hausnummer reicht mir, einfach damit ich weiß, ob wir mit 10000 oder eher 25000 Euro rechnen müssen.

  • Danke für die Einschätzung, das klingt zumindest nicht ganz so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Habt ihr da die komplette Wanne rausgenommen und eine Dusche reingesetzt, oder eine von diesen Wannen mit Seiteneinstieg genommen. Mich interessiert vor allem, ob der Installateur den Estrich großflächig aufmachen musste oder ob das mit einer flachen Duschwanne gelöst wurde, die einfach auf den bestehenden Boden kommt. Bei meiner Mutter ist unter dem Bad nämlich das Wohnzimmer, und da will ich natürlich keine monatelange Baustelle haben, weil der ganze Boden erneuert werden muss. Ich glaube, dass eine flache Wanne mit niedrigem Rand vielleicht der pragmatischere Weg wäre, auch wenn eine komplett schwellenlose Lösung natürlich eleganter aussieht.

  • Vier Tage ist wirklich vertretbar, damit könnte ich meiner Mutter den Umbau wahrscheinlich gut verkaufen, weil sie sich schon vor dem Gedanken graust, wochenlang kein funktionierendes Bad zu haben. Dann werde ich mal ein paar Angebote einholen und schauen, ob die Handwerker hier in der Gegend das auch in dem Zeitrahmen hinbekommen. Muss mich auch nochmal wegen der Fördermittel schlau machen, weil ich glaube, dass die KfW zumindest einen Teil der Kosten übernimmt, wenn man bestimmte Kriterien erfüllt. Falls jemand noch Tipps hat, welche Haltegriffe oder rutschfesten Oberflächen sich in der Praxis bewährt haben, gerne her damit.

  • Hallo,


    bei einem barrierefreien Badumbau für deine Mutter ist die wichtigste Grundlage wirklich eine gute Planung, weil später im Alltag jede Kleinigkeit entscheidend sein kann. Besonders bei der Dusche solltest du darauf achten, dass sie schwellenlos bzw. bodengleich gestaltet wird, damit kein Stolperrisiko entsteht und auch ein Duschstuhl oder Rollator problemlos genutzt werden kann.

    Sehr wichtig sind außerdem ausreichend große Bewegungsflächen, damit man sich gut drehen und bewegen kann. In der Praxis werden meist mindestens 120 × 120 cm empfohlen, besser noch mehr, wenn später eventuell auch ein Rollstuhl oder eine Pflegeperson mit im Bad ist. Auch Haltegriffe an der Dusche und am WC sind ein zentraler Punkt, da sie Sicherheit geben und Stürze verhindern können.

    Ebenso sollte der Boden rutschfest sein, da das Bad im Alltag oft nass ist. Viele achten auch darauf, dass die Armaturen leicht erreichbar und einfach zu bedienen sind, idealerweise mit Thermostat oder Einhebelmischer.


    Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Duschabtrennung. Oft werden Glaslösungen oder Walk-in-Duschen gewählt, weil sie einen einfachen Einstieg ermöglichen und den Raum offen wirken lassen. Hier kann es sinnvoll sein, sich an Fachbetriebe zu wenden, die sich auf Badlösungen und Glasarbeiten spezialisiert haben.


    Eine mögliche Anlaufstelle ist Glas & Farbe:

    https://glas-und-farbe.de/

  • Wir haben bei uns vor einiger Zeit ebenfalls ein älteres Bad umbauen lassen und standen vor ziemlich ähnlichen Fragen. Uns war vor allem wichtig, den hohen Einstieg loszuwerden und gleichzeitig darauf zu achten, dass später nicht wegen einer schlecht ausgeführten Abdichtung oder einem falschen Gefälle Probleme entstehen. Gerade bei einer bodengleichen Dusche würde ich deshalb wirklich jemanden nehmen, der sich mit solchen Umbauten im Bestand auskennt und vorher genau prüft, was mit Estrich, Ablaufhöhe und vorhandenen Leitungen überhaupt möglich ist.


    Wir hatten den Umbau damals mit https://www.innstallateur.com gemacht und waren damit wirklich äußerst zufrieden. Die haben sich das Bad vorher genau angesehen, verschiedene Möglichkeiten erklärt und auch offen gesagt, was sinnvoll ist und was bei unserem bestehenden Boden unnötig teuer geworden wäre. Am Ende haben wir uns für eine große, möglichst schwellenarme Dusche mit Haltegriffen und Sitzmöglichkeit entschieden. Gerade diese kleinen Details machen im Alltag deutlich mehr aus, als man vorher denkt.


    Bei den Kosten würde ich auf jeden Fall mehrere Angebote einholen, weil das extrem davon abhängt, wie viel am Boden, an den Leitungen und an den Fliesen gemacht werden muss. Wenn das Bad wirklich komplett erneuert und gleichzeitig altersgerecht umgebaut werden soll, würde ich persönlich aber eher etwas großzügiger kalkulieren als nur mit 10.000 Euro. Wichtig wäre mir vor allem, dass es jetzt vernünftig gemacht wird und man in ein paar Jahren nicht wieder anfangen muss.